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Kaffee: Instandsetzung eines AKA K500 - Kaffeeboy

Ich liebe guten Kaffee. Aus diesem Grund habe ich mir zum Geburtstag eine Dampfdruckkaffeemaschine schenken lassen. Es handelt sich dabei um einen in Ostdeutschland wohl bekannten Kaffeeboy. Mein Modell stammt aus dem VEB Elektrogeräte Leipzig, wurde im Jahr 1985 gebaut und ist damit älter als ich. :-)

Dichtungen

Im Kaffee-Zubereitungsbetrieb habe ich feststellen müssen, dass stets geringe Mengen an Wasser an den Kanten der Kesselverkleidung austreten. Da Undichtigkeit kein Feature sein kann, habe ich die Maschine kurzerhand zerlegt und bin fündig geworden. Am Wassereinfüllstutzen und an der Schraube einer Wartungsöffnung oberhalb des Brühelementanschlusses war jeweils die Dichtung komplett defekt. Glücklicherweise hatten meine Eltern noch Ersatzdichtungen vorrätig. Im Bild sind die alten und neuen Dichtungen im Vergleich zu sehen.

Nach dem Dichtungswechsel war es allerdings noch nicht ausgestanden.

Schalter

Bereits beim Zerlegen ist mir der starke Abnutzungszustand der Schiebeschalter aufgefallen. Der rote Schalter ist für den Zubereitungsbetrieb und der weiße für den Warmhaltebetrieb. Als ich sie für den ersten Test mit neuen Dichtungen in Betrieb nehmen wollte, hat der rote Schalter nicht funktioniert. Nach dem Zerlegen habe ich festgestellt, dass die Kontakte im Laufe der Jahre offenbar völlig verdreckt sind. Mit einer Nagelfeile, welche aus der gleichen Zeit wie die Maschine stammt, habe ich die Kontakte sehr gut reinigen können.

Der zweite Testlauf ging erfolgreich über die Bühne. Alles ist dicht, die Schalter funktionieren und der Kaffee schmeckt. Morgen werde ich die Kesselverkleidung wieder installieren.

Fazit

Besonders bei Maschinen, die exzessiv verwendet werden, merkt man das Alter verhältnismäßig schnell. Mein Respekt gilt den Konstrukteuren dieser Kaffeemaschine. Die Eigenschaften Einfachheit, Robustheit und Wartungsfreundlichkeit sind einfach bemerkenswert. Leider gibt es keine Ersatzteile mehr, wodurch diese Maschine bestimmt irgendwann aufgrund eines Verschleißteils wie einem Schalter außer Dienst gestellt werden muss.

Kommentare

Anonym am :

Schau Dir die neuen Dichtungsringe genau an, sie stammen aus dem Jahre 1973. Viel Spass weiter mit dem Oldtimer.

Th. Lindloff am :

Zu den Dichtingen: Ich würde mich da nicht ins Bockshorn jagen lassen. man kann sich z.B. in den Sanitärabteilungen der Baumärkte nach passendem umsehen oder im Industriebedarf auch per Quadratmeter kaufen, vor allem, wenn sie aus Pappe sind.

Sebastian am :

Ja die gute K500. Aludruckbehälter. Meist vom Kalkfraß durchsetzt. Nee aus einem Aludruckkessel würde ich heute keinen Kaffee mehr trinken. Ja, ich weis Alu hin, Alu her. Aber eine interessante Maschine in jedem Fall. Habe selber eine noch im Keller liegen

Jerome aus KMS am :

Hi Thomas, ich bin ebenfalls seit kurzem im Besitz eines solchen Gerätes, was seine Arbeit nach einem Dichtungswechsel (gibt’s neu bei eBay, aus schönem Silikon) und Auseinanderbau klaglos verrichtet. Nicht ganz schlau werde ich aus dem Bimetallschalter unter dem Gehäuse. Ich dachte dieser schaltet die Maschine ab, sobald der Kaffee fertig ist, tut er aber nicht, die Glühspirale überhitzt. Wie sind deine Erfahrungen? Schaltest du immer per Hand ab? Grüße Jérôme

Thomas Heidrich am :

Hi Jérôme, bei mir hatte der Bimetallschalter damals auch nicht mehr funktioniert und es fand stets eine Überhitzung statt, wenn ich es nach Abschluss des Brühvorganges nicht direkt ausgeschaltet habe. Einmal war es wirklich herb. Da hat die ganze Küche nach Duroplast gerochen. :-D Die Aufgabe des Bimetallschalters ist, die Kesselheizung vor dem Hitzetod zu bewahren. Wenn Du Dich mit Modifikationen an der Elektrik sicher fühlst, dann kannst Du eine Temperaturschmelzsicherung einbauen, wie sie in heutigen Geräten vorgeschrieben sind. Du kannst Dir ja ein paar auf Vorrat zulegen und immer, wenn Du übersiehst den Kessel abzuschalten, dann fliegt die Sicherung.

Jerome aus KMS am :

Hi Thomas, vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich hatte ein paar Messungen gemacht. Der Schalter schaltet bei mir bei einer Temperatur von ungefähr 120°C ab (im ausgebauten Zustand getestet), wenn allerdings die Heizspirale im Inneren (mit bereits leerem Wassertank)nahe der Rotglut ist, hat der Kesselboden gerade einmal rund 95°C. Ich nehme also an der Bimetallschalter ist gealtert. Ich verstehe also richtig, dass du immer manuell abschaltest? Leider findet man ja keine Betriebsanleitung für das Gerät. Kannst du mir für die Temperaturschmelzsicherung eine Empfehlung geben? Vielen Dank und Grüße aus Chemnitz Jerome

Thomas Heidrich am :

Hi Jérôme, exakt, ich habe die Maschine bis zum Abschluss des Brühvorganges nie aus den Augen gelassen, zumindest habe ich das stets versucht. :-D Vielleicht gibt es ein Museum, welches Dir einen digitalen Abzug von der Anleitung zukommen lassen kann. Klasse, dass Du bereits die Temperatur ermittelt hast. Schau doch mal bei Reichelt oder einem anderen Elektronikversender. Vom Gefühl her könnte Reichelt THERM771093 passen. So eine würde ich in jedem Fall einbauen. Du kannst Dich ja mit verschiedenen Schmerztemperaturwerten an das herantasten, was gerade noch funktioniert. Das interessante wird die Befestigung mit guter thermischer Verbindung zum Sicherungskörper. Vielleicht geht ja zusätzlich auch ein Ersatzthermostat wie 2455R90NC mit rein. Beste Grüße, Thomas

Mathias Ebeling am :

Ich lasse meine Maschine nie unbeaufsichtigt und warte immer bis das restliche Wasser durchgelaufen ist und schalte dann sofort die Maschine aus. Danach öffne ich sofort den Wassertank, so kann das restliche Wasser noch verdunsten. Ich würde anstatt der Thermosicherung einen Thermoschalter einsetzen welcher gekapselt ist. Diese werden zum Beispiel in Wäschetrocknern eingesetzt. Es gibt welche die man manuell zurücksetzen muss, die Heizung schaltet sich also nach dem Abkühlen des Schalters erst gar nicht wieder an. Ich werde das auf alle Fälle an meiner Maschine umsetzen so bald ich Zeit dafür habe. Hier mal noch ein Beispiel: https://www.pollin.de/p/thermoschalter-ksd-301-85-0c-10-a-250-v-oeffner-260813 Viele Grüße, Mathias

Mathias Ebeling am :

Ich habe noch einmal nachgeschaut wegen dem Thermoschalter. Ich denke ich habe den bestmöglichen Ersatz gefunden. Dieser hat eine Abschalttemperatur von 90°C und hat ein M4 Gewinde an der Vorderseite. Der Anschluss erfolgt über 6,3mm Flachsteck Anschlüsse. Kostenpunkt reichlich 10€ inkl. Versand. Es braucht also nichts an der Maschine verändert zu werden, der Thermoschalter kann direkt in den Tankboden eingeschraubt werden. Auch einen Ersatz für eine defekte Heizspirale habe ich evtl. gefunden. Falls Interesse besteht, einfach auf meinen Kommentar antworten. MfG

Kratochwil am :

Hallo, Das Maschinchen hat auch bei mir noch einen Platz im Herzen und dient immer noch als Alternative wenn die modernen Geräte mal wieder den Geist aufgeben. Zum Problem Thermoschalter würde ich gerne mehr erfahren. Mit freundlichen Grüßen Kratochwil

Mathias Ebeling am :

Zu den Temperaturschaltern. Ich habe mir zum Testen zwei Varianten bestellt. Einmal Einschrauben in den Tankboden mit M4 Gewinde: Bitte bei Google nach "Temperatursicherung STB 88°C" suchen. Den Temperaturschalter konnte ich noch nicht testen, da ich den Wassertank noch zum Beschichten habe. Die Aufarbeitung der Kaffeemaschine werde ich auf alle Fälle dokumentieren. Diese Maschine soll ein kompletter Neuaufbau werden. Geplant ist eine Keramikbeschichtung des Wassertanks innen, der Einbau einer neuen Heizspirale sowie die Optische Aufarbeitung der Maschine nebst neuen Dichtungen. Falls jemand noch Dichtungen benötigt, der kann sich bei mir bei eBay Kleinanzeigen melden. Einfach nach "Dichtungssatz AKA K500 / Kaffeeboy Kaffeemaschine" suchen. MfG

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